Mercator Matinéen

„Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daherfahren.“ (Leonardo da Vinci, italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph, 1452 bis 1519).

Das Neue ist nicht aufzuhalten

Es gibt die These, dass die Verheerungen durch die Pest maßgeblich zur Erfindung des Buchdrucks beigetragen haben sollen. Was auf den ersten Blick unsinnig erscheint, wird nachvollziehbar, wenn man sich vor Augen führt, dass mit dem massenhaften Sterben schreibkundiger Mönche das Vervielfältigen von Texten und Büchern eine sehr viel dringlichere Angelegenheit wurde. Eine Ikone des digitalen Zeitalters, Bill Gates, hat die Bedeutung der Erfindung von Johannes Gutenberg vor kurzem erst hervorgehoben: „Gutenberg veränderte wirklich die Art, wie wir Wissen teilen und half der Welt, Entdeckungen zu machen, deren Ausmaß ohne das Buch nie möglich gewesen wären.“ Auch die Tatsache, dass Google, der größte Konzern, den die digitale Revolution hervorgebracht hat, Gerhard Mercator 2015 zum 503. Geburtstag ein Doodle auf seiner milliardenfach besuchten Startseite widmete, spricht dafür, dass spätestens mit dem 15/16. Jahrhundert eine sprunghafte Dynamik von Wissenschaft und Technik in Gang kam, nachdem religiöse Denkverbote wegfielen. Welche Großtaten vollbrachten die Universalgenies vor einem halben Jahr tausend! Allein Johannes Keplers und auch Gerhard Mercators gigantische Rechenleistungen machen in einer Zeit, in der Computer inzwischen Billiarden Kalkulationen pro Sekunde bewältigen, noch jeden Mathematiker ehrfürchtig. Unaufhaltsam brachen sich in der Folgezeit Neuerungen Bahn. Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts stießen Wissenschaft und Kunst dann mit weitreichenden Folgen in den Bereich unsichtbarer Phänomene, Elemente und Kräfte vor. Vermehrt spielen Frauen dabei eine wichtige Rolle, was in der Kunst- wie Wissenschaftsgeschichte nach wie vor zu wenig gewürdigt wird. Gleichzeitig wurde schon früh von Philosophen, Natur- und Sozialwissenschaftlern auf die Gefahr der Verselbständigung der Technik hingewiesen. Technik, also die „Anstrengung, Anstrengungen zu ersparen“, hatte mit Faustkeil und Rad begonnen, inzwischen setzt sie uns in die Lage, über unsere biologischen Begrenzungen hinauszugehen. Mit Hilfe der Technik greifen wir derart tief in die Erdprozesse ein, dass man überlegt, eine neue geochronologische Epoche, das Anthropozän, einzuführen und der „Chefvisionär“ des Chip-Herstellers Intel prophezeit, dass in naher Zukunft intuitive und gefühlsfähige Computer in den Körper implantiert werden. Wohin diese Entwicklung uns führen soll, lässt sich mit Hilfe der Technik nicht beantworten. Der Mensch hat sich damit selbst vor eine neue Herausforderung gestellt.

Wilfried Schaus-Sahm (Konzept und Programm) (Mercator-Gesellschaft Duisburg)

M-Matineen_Heft_2016

 

writ in water

writinwater  „writ in water“ (galerie rheinhausen)

Wilfried Schaus-Sahm zeigt neue Werkreihen, u.a. eine 30-teilige Hommage an den Zeichner Horst Janssen. Der Kölner Musiker, Komponist und Multiinstrumentalist Dirk Raulf spielt zur Eröffnung am 23. Januar 2016 Stücke seines aktuellen Soloalbums.

 

 

„Passagiere eng gesetzt“

passagiere2 gedichte von wilfried schaus-sahm

ab sofort als ebook in den onlineshops der großen deutschen buchhändler wie thalia.de, weltbild.de, hugendubel.de, derclub.de, buecher.de, ebook.de und vielen mehr erhältlich.
„beredt sprachlos“ betitelte marcus daniel cremer 1989 die auswahl von gedichten des studierten philosophen wilfried schaus-sahm, die er als band 1 seiner edition mdc herausbrachte. schaus-sahm, der u.a. das 1997 von ihm konzipierte internationale traumzeit-festival in duisburg leitete und aktuell das sommerton festival am niederrhein programmiert, trat seitdem in mehreren einzelausstellungen als maler, grafiker und fotograf hervor. er hat die inzwischen vergriffene gedichtsammlung nunmehr um texte erweitert, die über die jahre hinzugekommen sind. die gedichte werfen einen staunenden, mal liebevollen, mal skeptischen blick auf die dinge des alltags und die conditio humana. sie zeugen von der ungebrochenen neugier des autors und seinem bestreben, sich einen „eigenen reim“ auf die welt zu machen.

veröffentlichungen:
beredt sprachlos : gedichte / von wilfried schaus-sahm, wilfried schaus-sahm,
cremer gladbeck, 1989, isbn 3927488003

christiane schlüter: hinter den worten warten die wunder, jokers augsburg 2011, isbn 978-3-86800-462-5

volker beushausen: where are we landed here …? : 10 jahre traumzeit-festival ; 1997 – 2006;
eine fotografische retrospektive, klartext-verlag essen 2006, isbn 389861543x

robert von zahn: jazz in duisburg, in: jazz in nordrhein-westfalen seit 1946, köln, emons 1999

frankfurter bibliothek. jahrbuch für das neue gedicht, brentano-gesellschaft (frankfurt / m.): gedicht und gesellschaft 2012, isbn 978-3-933800-34-3

 

 

Mercator Matinéen

Umschlag_matinee15verkürzt

„Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können.“ (Albert Einstein)

Das Wissen und der Glaube

 

1,26 Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land.

1,27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.

Man kann davon ausgehen, dass Gerhard Mercator keine Zweifel an der biblischen Schöpfungsgeschichte hegte. Als tiefgläubiger Mensch plante er – ausgehend von der Schöpfungsgeschichte – eine Beschreibung des Kosmos (*), wobei er dem griechischen Begriff gemäß alles Geschaffene als Einheit von Ordnung und Schönheit auffasste. Ein Unterfangen, das noch Alexander von Humboldt in seinem Lebenswerk in Angriff nehmen wollte. Wer sich heute mit Gerhard Mercator und seinem Zeitalter beschäftigt, kommt nicht umhin, sich auch „letzte“ Fragen zu stellen, die in der Philosophie ontologisch genannt werden, also auch die Frage, ob dem Kosmos etwas zugrunde liegt, das Stephen Hawking als „den großen Entwurf“ umschreibt oder „Der Spiegel“ „das unsterbliche Gerücht“ nennt. Als Mercator den Magnetpol vom Himmel auf die Erde verlegte, geriet seine wissenschaftliche Erkenntnis in Widerspruch zu den Dogmen der Kirche. Er wurde von Inquisitoren der „luttherey“ bezichtigt und kurzzeitig inhaftiert. Mercators Leben und Wirken ist ein Beispiel für das Dilemma von Forschungsdrang und Bibelglaube, das den Aufbruch zur Moderne kennzeichnet, in einem erodierenden Prozess zum Verlust der kirchlichen Deutungshoheit führte und in der Aufklärung schließlich im Kantschen Postulat „sapere aude!“ – „wage zu denken!“ gipfelte. Es war dann dem studierten Theologen Charles Darwin vorbehalten, eine zweite Revolution des christlichen Weltbildes in Gang zu setzten, als er darauf, beharrte, seine Theorie der Entwicklung der Arten nicht theologisch, sondern naturwissenschaftlich zu begründen. Mehr als 500 Jahre nach Mercator ist die Freiheit des Denkens und die Freiheit der Wissenschaft weltweit keine Selbstverständlichkeit und wird durch religiösen Fanatismus und religiös motivierte Gewalt bedroht.

Auch in unserer säkularisierten Gesellschaft, in der die früheren engen Bindungen an die Religion gelöst und das gesellschaftliche Leben zunehmend auf Basis menschlicher Vernunft begründet wurde, gilt es, die Errungenschaften des Humanismus und der Aufklärung ständig vor Gefährdung zu schützen.

Im Spannungsverhältnis von Wissen und Glauben kann man vermuten, dass der Kosmologe Gerhard Mercator dem Kosmologen Albert Einstein zugestimmt hätte: „Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind.“

Wilfried Schaus-Sahm (Konzept und Programm) (Mercator Gesellschaft Duisburg)

M-Matineen-Heft 2015

 

 

Mercator Matinéen

MM12verkürzt „Es ist eine neue Zeit. Die alte Zeit ist vorbei. Die Menschheit erwartet etwas. Es ist eine große Lust aufgekommen, die Ursache aller Dinge zu erforschen. Jeden Tag wird etwas gefunden. Die alten Lehren, die tausend Jahre geglaubt wurden, sollen nicht mehr gelten.“ (Bertold Brecht. Das Leben des Galilei)

Eine neue Zeit

 

Das Zitat aus Bertold Brechts Theaterstück „Das Leben des Galilei“ steht als Motto über unserer neuen Veranstaltungsreihe der Mercator – Matinéen. Es beschreibt ein Jahrhundert, das ein neues Bild der Welt und ein neues Bild des Menschen prägte, die Wissenschaft von ihren religiösen Fesseln befreite und für unsere Gegenwart von immenser Bedeutung ist. Im 16. Jahrhundert geriet das von der Kirche gepredigte Weltbild, in dem die Erde als die Mitte des Universums galt, durch die Theorien von Nicolaus Copernicus, Johannes Kepler und Galileo Galilei ins Wanken. Brecht lässt Galileo in seinem Theaterstück den Widerspruch von wissenschaftlicher Forschung und theologischer Deutungshoheit mit einem bissigen Aperçu auf den Punkt bringen: „Die Winkelsumme im Dreieck kann nicht nach den Bedürfnissen der Kirche abgeändert werden.“ Wie zuvor Thomas von Aquin den Aristotelischen Materialismus mit der scholastischen Schöpfungslehre in Einklang zu bringen versuchte, ist auch Gerhard Mercator durchaus noch bemüht, die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse mit der Bibel zu versöhnen. Seine im Prinzip konservative religiöse Haltung wird dabei aber bereits durch seine eigenen Forschungs ergebnisse – so z.B. die Erkenntnis, dass der Magnetpol eine irdische, keine himmlische Angelegenheit ist – relativiert. Auch Mercator ist nicht davor gefeit, der „Lutherey“ bezichtigt zu werden – er wird für kurze Zeit eingekerkert. Dennoch, der unaufhaltsam fortschreitende Prozess der Neu orientierung schuf das geistige Klima einer neuen Epoche, der Renaissance, die sich vom Mittelalter und der Scholastik abwandte und als Leitbild die antike Bildung und das lebensbejahende, schöpferische Individuum in den Vordergrund stellte. In einer lockeren – hoffentlich lehrreichen und unterhaltsamen – Folge von Vorträgen, Lesungen und Konzerten möchten wir einige Aspekte dieses spannenden Jahrhunderts beleuchten, in dem der größte Bürger unserer Stadt sein bedeutendes Werk schuf, das bis heute nicht an Aktualität verloren hat.

Wilfried Schaus-Sahm (Idee, Konzept, Programm)

Matineeprogramm 2012_15.2

 

 

 

20 von 60. Ausstellung in der Cubus Kunsthalle

cube_logo_3 wilfried schaus-sahm

20 von 60

malerei – grafik – fotografie – collage

cubus1

11.bis 26. juli 2009

Eröffnung: 11. Juli, 16:00 Uhr

Begrüßung: Dr. Claudia Schaefer, cubus kunsthalle, duisburg

Musikalisches Intermezzo: Patrick Hagen

cubusviercubus 2cubussieben

Einführung: Dr. Susanne Höper-Kuhn, Kunsthistorikerin, Düsseldorf

Wilfried Schaus-Sahm, der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Aachen und Freiburg studierte, hat seit 1997 als Begründer und künstlerischer Leiter des Musikfestivals „Traumzeit“ Duisburg als Sommer-Festivalstadt der Musik und Kunst international bekannt gemacht. 2008 legte er sein Amt nieder, konsequent und kompromisslos, weil ihm die politischen Einflüsse zu Lasten der Qualität des künstlerischen Konzepts zu bestimmend wurden.

„Traumzeit“ ist eine Facette des Lebens des suchenden und fragenden Menschen Schaus-Sahm. In Anbetracht des in der cubus kunsthalle bis zum 26. Juli präsentierten Querschnitts aus 20 Jahren seines bildnerischen Schaffens nähern wir uns ihm als Künstlerpersönlichkeit an mit einem Werk, das der Öffentlichkeit kaum bekannt sein dürfte. Eine Entdeckung in der reichen, von musealen Institutionen und traditionellen Künstlerverbänden geprägten Kunstlandschaft der Stadt Duisburg. Da ist jemand, der mit verve seinen eigenen künstlerischen Weg geht, unangetastet vom Schubladendenken kunsthistorischer Kategosierungen. Da ist jemand, der auch als Lyriker arbeitet und in regem Austausch mit weltbekannten Jazzmusikern steht, und da ist jemand, der in dem Duisburger Maler Prof. Manfred Vogel, der im letzten Jahr unerwartet verstarb, nicht nur einen künstlerischen Mentor gefunden hatte, sondern auch einen Freund.

Schaus-Sahm lebt Kunst. Er schöpft aus dem Wissen des philosophischen Seins und fügt dieses in seinen künstlerischen Kosmos als natürliche und spirituelle Ordnung ein. Er befragt die Bildlichkeit und Abbildlichkeit des Sehens und des Gesehenen in einer Art Feldforschungsstudie zur Wahrnehmungsphysiologie und -psychologie und das in einer Welt, die sich von Bildern aus den Medien überschwemmt sieht.

Der Künstler zeigt uns in seinen Gemälden, Collagen und Fotografien solche Teile der Wahrheit, die am nächsten die Wirkung des Ganzen hervorbringen. In der Tat eine Kunst, die uns wie durch Zauber mitten in eine Welt von Zeichen versetzt, eine Ansicht der Dinge, der Hoffnungen und Befürchtungen in dem rechteckigen Ausschnitt eines Bilderrahmens, die uns ad occuli wie in ein gegenwärtig Geschehendes hinein führt. Er ist jedoch kein Grübler, der über dem inneren Zusammenhang von Ereignissen brütete, welche letztlich die Geschichte bilden und trachtet auch nicht danach, diese zu einem Wissen verknüpfen zu wollen, sondern alles ist vielmehr da, in seiner künstlerischen Vergegenwärtigung von urwüchsiger malerischer Kraft.

Die titellosen Arbeiten, die in den frühen Jahren noch in lebensvoller Farbigkeit figurativ daherkamen, werden zunehmend von collagierten, spielerisch experimentellen Abstraktionen abgelöst. Der Künstler scheut nicht die Konsequenzen seines Vorgehens. Seine Gemälde sind vielschichtig: Linienverknüpfungen, Schraffuren, Ablösungen. Das malerische Element überwiegt und fügt sich zu bewegten abstrakten Seelen-Landschaften zusammen, in denen der Betrachter Zeichen, Fragmente von eincollagierten Alltagsmaterialien, offene und geschlossene Formen und Flächen erkennt. Es gibt Linien in diesen „Landschaften“, welche in solchen Beziehungen zueinander stehen, dass sie entweder in ein Gemälde gebracht oder aber bewusst ausgelassen werden. Es leuchtet ein, wie gefährlich diese Methode für einen Künstler sein kann, denn eine solche Auslassung könnte auch subjektive Beliebigkeit bedeuten, lebendigste Individualisierung, die nicht nach dem Dialog sucht, sondern nach hermetischer Introversion. Doch das ist nicht das Interesse von Wilfried Schaus-Sahm. Vielmehr steht sein künstlerisches Finden in seiner Formensprache aus bewusster Reduktion für diesen Dialog als der natürlichsten Art und Weise, seine Bildinhalte dem Betrachter mitzuteilen.

Konsequent geht er den Weg von einer von Farbinseln in Chiffren informeller Struktur- und Texturgebung gebundenen Malerei hin zu einer Ausdrucksform, die zwar an die Zeichenhaftigkeit des Vorherigen anknüpft, durch Auslassungen nun aber umso stärker, konfrontierender aufscheint. Beim Schwarz-weiß-Bild konzentriert sich das Sehen auf das Zeichen, die Linie, die Form, ohne ablenkende Umwege, und setzt es dem Ansturm unserer farbigen Bildwelt entgegen.

Neben die Zeichnung, die Malerei setzt er die Fotografie, augenscheinlichen Bildern aus der Wirklichkeit, die bei ihm gedankliche Assoziationsketten freisetzen als Grunderfahrung des Be-greifens. Er stellt die Frage nach der geistigen Genese, deren Anfang eine allgemeine Orientierung ist, aus der sich universale Begriffe und Zeichen ergeben, die als solche, unabhängig von der Sozialisation des Betrachters, „lesbar“ werden können in einer archetypischen Bilderschrift. Eine Bild-Schrift, die in einer Schwebelage zwischen Abstraktion, nichtnaturalistischer Gegenständlichkeit, teils auch phantastischer ,teils ornamental gebundener Figürlichkeit als ein Spiel mit den Facetten unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit aufscheint.

Dieses Spiel mit Fragmenten der Wirklichkeitswahrnehmung setzt Schaus-Sahms fort, indem er kleinformatige Zeichnungen, die ad hoc und spontan entstehen, Ausschnitte eigener Gemälde, u. ä. in Tableaus anordnet, die aus CD-Hüllen bestehen – wie bei einem Drucker, der die Lettern in seinem Setzkasten anordnet, fügt sich nun wiederum das Einzelne zum Ganzen in einer geordneten Struktur, zu einer „Weltanschauung“.

Ausgehend von der Suche des Künstlers nach einer Verschriftlichung von Wirklichkeit mit den Mitteln der bildenden Kunst erscheint in seinem Gesamtwerk die Fotografie als notwendiges Pendant zur Malerei. Oder, um mit Walter Benjamin zu sprechen: „Nicht der Schrift-, sondern der Fotografie-Unkundige wird der Analphabet der Zukunft sein“. (aus: Kleine Geschichte der Photographie). In einem selektiven Wahrnehmungsverfahren fotografiert Schaus-Sahm Ausschnitte der Wirklichkeit. Direkt und unmittelbar konfrontiert er uns mit dem Augenblick, ohne sich dabei der Montage oder der digitalen Bearbeitung dieser Fotos zu bedienen und führt somit sein künstlerisches Schaffen auf ein Element zurück: auf das Aufleuchten der Wirklichkeit im Augenblick des Sehens als Wahrnehmung der Möglichkeiten unserer Existenz.

Dr. Susanne Höper-Kuhn

http://www.schaus-sahm.de/PDF/Artandevents_’09-7.pdf

 

 

 

 

in memoriam Manfred Vogel

Traumzeitlogovogel In Memoriam Manfred Vogel

Manfred Vogel im Kunstverein Bild: Rothe, 29.07.2001

Bild: Rothe

Manfred Vogel ist im März diese Jahres plötzlich und unerwartet gestorben.

Tage zuvor hatten wir noch mit ihm an der Gestaltung des Programmbooklets gearbeitet, auch eine Ausstellung seiner aktuellen, durch eine Marokko-Reise inspirierten Bilder war im Rahmen des Festivals in der Planung.

Durch seine unverwechselbare künstlerische Handschrift gab Manfred Vogel der Traumzeit seit Jahren ein Gesicht. Sein Tod ist ein unersetzbarer Verlust für das Festival.

Manfred Vogel war nicht nur der vielleicht bedeutendste Duisburger Künstler seit Wilhelm Lehmbruck, er war zugleich ein Mann des Wortes, ein philosophischer Geist und ein vielfältig reflektierender Mensch. Auch seine wertvolle Kritik bei konzeptionellen Fragen der Gestaltung dieses Festivals wird uns schmerzlich fehlen. Dass sich dieser Künstler und charismatische Mann so eng mit der Traumzeit verband, hat uns immer wieder bestätigt und geehrt. Manfred Vogel hat uns ach so „aufgeklärte“ Zeitgenossen manchmal damit verwundert, dass er katholisch sozialisiert sei und viele seiner Werke religiöse Züge tragen.

So wird ihm der Glaube an ein weiteres Leben beim Hinübergehen hilfreich gewesen sein.

In unserer Erinnerung jedenfalls wird er weiterleben als kostbarer Freund. Dass wir eine Zeitspanne seines Lebens mit ihm teilen durften, war für uns alle ein unschätzbares Geschenk.

Wilfried Schaus-Sahm

Traumzeit

Traumzeitlogovogel traumzeitfestival_logo2008

Das Programm des Traumzeit-Festivals 2008 (Künstlerische Leitung: Wilfried Schaus-Sahm)

Traumzeit Festival 2008:

Turtle Island Quartet

Ghazal

Brad Mehldau Trio

Bellowhead

Trabuco

Toto Bona Lokua

radio.string.quartet.vienna

John McLaughlin and the 4th Dimension

NoTango & Strings

Source Direct

Titi Robin – Faiz Ali Faiz and his Ensemble – JAADU (Auftragskomposition des Traumzeit-Festivals in Kooperation mit dem Festival Saint-Denis/Paris)

MUSIC FOR SILENT MOVIES – Hommage á Truffaut (Rita Marcotulli Ensemble)

Solomon Burke

Jazz in der Gebläsehalle

 

JAM

Jazz in der Gebläsehalle (Künstlerische Leitung: Wilfried Schaus-Sahm)

Eine Veranstaltung des Jazzmusik-Fördervereins JAM im Auftrag der Internationalen Bauausstellung (IBA)

(Juni bis September 1994)

Programm:

Jan Garbarek Group

Tome XX

Willem Breuker – Han Bennink

Jimmy Giuffre – Paul Bley – Steve Swallow

John Taylor – John Surman

Mike Westbrook Trio

gebläsehalle
Plakat der ersten Konzertreihe im Landschaftspark-Duisburg-Nord

Publikum beim Konzert der Jan Garbarek Group in der maroden Kraftzentrale

Jimmy Giuffre – Paul Bley – Steve Swallow