Mercator Matinéen 2026

Einführung

DIE STADT – GESTERN, HEUTE, MORGEN

Warum ließ sich Gerhard Mercator nicht beschaulich in ländlicher Umgebung nieder? Man muss nicht Karl Marx’ bissiges Urteil über die „Idiotie des Landlebens“ bemühen, um zu erkennen, dass der große Kartograph in Duisburg alle materiellen und geistigen Ressourcen vorfand, die ihm ermöglichten, seiner Arbeit als Wissenschaftler nachzugehen. Für den Soziologen Georg Simmel war es das „Geistesleben“, das große Städte zu besonderen Orten machte. Sie waren seit ihrer Entstehung Motoren des Fortschritts. Seit vor etwa 5000 Jahren im mesopotamischen Uruk vormalige Nomaden Tempelanlagen, Lehmhäuser und ganze Wohnviertel bauten, entwickelten die Menschen in nie zuvor gesehenem Tempo neue Formen von Kultur und Technik.
Von den ersten Siedlungen in Uruk über die Idealstadt der Renaissance bis hin zu den heutigen Megacitys spannt sich der Bogen der diesjährigen Mercator Matinéen. Sie beleuchten die Geschichte Duisburgs, die Entwicklung von Stadtplanung und Architektur, die Herausforderungen des globalen Klimawandels sowie die Rolle moderner Städte als Orte der Hoffnung, aber auch der sozialen und ökologischen Herausforderungen. Die Mercator Matinéen 2026 laden dazu ein, die Stadt als Spiegel menschlicher Zivilisation zu entdecken – von den Ursprüngen bis zu den Visionen für morgen.

An dieser Stelle sei mit Nachdruck auch noch einmal auf einen potenziell identitätsstiftenden Ort in Duisburg hingewiesen. Gegenüber dem Rathaus entsteht momentan ein neues Stadtviertel, das nach Gerhard Mercator benannt wird. Es ist schwer nachvollziehbar, dass ausgerechnet das ehemalige Wohn- und Arbeitshaus Mercators, das sich auf dem Gelände befand und dessen bedeutendem Bewohner das Quartier nun seinen Namen verdankt, nicht rekonstruiert wird. Man kann nur hoffen, dass über die Jahre doch noch Mittel und Wege gefunden werden, im Mercator Quartier auch den Nachbau des Historischen Mercatorhauses zu realisieren.

Man würde der Welt zeigen, dass hier in Duisburg, unserer Stadt, der größte wissenschaftliche Kartograph der Renaissance zu Hause war, dessen geniale Kartenprojektion heute eine der Grundlagen des GPS ist.


Wilfried Schaus-Sahm
(Kurator der Mercator Matinéen)

Mercator Matinéen

„Unser blauer Planet“ – Mercator Matinéen 2025 

Das Programm der Mercator Matinéen 2025 wurde veröffentlicht. Kurator: Wilfried Schaus-Sahm

Unser blauer Planet   

Gerhard Mercator hat seine bedeutendste Karte den Kapitänen gewidmet. Dank seiner revolutionären Kartenprojektion sollten sie endlich sicher auf den Weltmeeren navigieren können, denn das Meer spielte damals wie heute eine überragende Rolle beim Handel und dem kulturellen Austausch zwischen den Völkern. Mit der Seefahrt und dem Handel begann Europas Aufstieg samt den bekannten Folgen: Kolonisation und Sklaverei, Akkumulation riesiger Vermögen, aber auch sprunghafter Erweiterung des Wissens. Über den praktischen Nutzen hinaus übt das Meer seit jeher eine vielschichtige Faszination auf die Menschheit aus. In zahlreichen Kulturen und zu verschiedenen Zeiten wurde es als Symbol für Freiheit, Unendlichkeit, Mysterium und Inspiration betrachtet. Es war einerseits Quelle des Lebens und der Nahrung, bildete andererseits eine Barriere, die es zu überwinden galt. In Mythologie und Literatur wurde es personifiziert und als eigenständige göttliche Kraft betrachtet, die sowohl Schutz als auch Gefahr verkörperte. Es diente als Inspirationsquelle für Künstler, Philosophen und Schriftsteller. Seine Schönheit, seine Kraft, seine gewaltige Erscheinung, seine Unberechenbarkeit und seine Geheimnisse haben Generationen von Menschen veranlasst, Respekt, Ehrfurcht und Dankbarkeit gegenüber den Ozeanen zu empfinden.
Heute, angesichts der globalen Umweltkrise und der Bedrohung der Ozeane durch Verschmutzung, Überfischung und den Klimawandel ist es wichtiger denn je, das Meer als lebenswichtige Ressource zu erkennen und sich für seinen Schutz und Erhalt einzusetzen. Es ist nicht nur Bestandteil der menschlichen Kultur und Geschichte, sondern auch ein entscheidender Teil des Ökosystems, auf dem unsere Zukunft maßgeblich angewiesen ist. Die diesjährigen Mercator Matinéen möchten die Vielschichtigkeit und Bedeutung des Meeres in kultureller, philosophischer, historischer und politischer Hinsicht erkunden.
Willkommen an Bord zu einer Reise durch die Geschichte und Bedeutung der Ozeane!

Wilfried Schaus-Sahm (Kurator der Mercator Matinéen)

(Programm siehe Menuepunkt Mercator Matinéen)

Mercator Matinéen

„Die Hälfte des Himmels“ – Mercator Matinéen 2023

Das Programm der Mercator Matinéen 2023 wurde veröffentlicht. Kurator: Wilfried Schaus-Sahm

Gerhard Mercators Duisburger Zeitgenossin Johanna Otho war ein „gelehrtes Frauenzimmer“, das die Sprachen der Wissenschaft fließend beherrschte, Gedichte schrieb und publizierte und Teil eines großen humanistischen Netzwerks war. Und doch erinnert bis heute kein Straßenschild, erst recht kein Denkmal an diese außergewöhnliche Frau.
Die diesjährigen Duisburger Mercator Matinéen wollen von März bis November mit ihrem Programm „Die Hälfte des Himmels“ einen Beitrag dazu leisten, dass die Geschichte von Frauen erzählt wird. Der Spannungsbogen der Veranstaltungsreihe beginnt weit in der Vorzeit, die wir nur mit archäologischen Methoden erkunden können. Wir hören von den literarischen Salons der frühen Neuzeit, erleben Pionierinnen der Emanzipationsbewegung und beschließen die Reihe in der Gegenwart bei den tapferen Frauen im Iran. Den klugen und mutigen Frauen dieser Welt sei diese Staffel der Mercator-Matinéen gewidmet.

(Programm siehe Menuepunkt Mercator-Matineen)

Mercator Matinéen

Absage der Mercator Matinéen 2020 / Verschiebung in das Jahr 2022

Der Matinée-Zyklus „Die Alte und die Neue Welt“ wird in das Jahr 2022 verschoben.

Das Kultur- und Stadthistorische Museum und die Mercator Gesellschaft sagen die Mercator Matinéen für 2020 vollständig ab.
Der für 2020 angekündigte Matinéen-Zyklus „Die Alte und die Neue Welt“ konnte aufgrund der Corona-Pandemie nach dem Auftakt mit der Lesung von Christian Brückner aus Alexis de Tocquevilles Werk „Über die Demokratie in Amerika“ nicht fortgesetzt werden.
Nun wird der gesamte Zyklus für 2020 abgesagt, da nicht absehbar ist, dass es in diesem Jahr noch möglich sein wird, die Vortragsreihe in der Atmosphäre stattfinden zu lassen, die die Besucher gewohnt sind und schätzen. Die Reihe „Die Alte und die Neue Welt“ wird in das Jahr 2022 verschoben. Schaut man auf die aktuelle Situation in den USA, kann davon ausgegangen werden, dass die Themen bis dahin nichts an Aktualität eingebüßt haben werden. Die Programmplanungen für 2021 laufen bereits. Geplant sind Vorträge und Lesungen, die sich unter dem Titel „Die Hälfte des Himmels“ mit der Entwicklung der Frauenrechte seit der Renaissance beschäftigen werden.